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Test: Silent Storm

Silent Storm - Screenshot
Silent Storm - Screenshot

Das Strategiespiel Silent Storm von JoWooD spielt im Jahr 1943. Zu dieser Zeit tobt der Zweite Weltkrieg und an eine Kapitulation Deutschlands ist nicht zu denken. Spezialeinheiten werden eingeschaltet, um geheime Operationen durchzuführen. Dieses Szenario erfüllt Silent Storm, das wir im Test unter die Lupe nehmen.

Und richtig: Der Spieler formt in Silent Storm eine Gruppe aus Spezialeinheiten, die in rundenbasierten Schlachten die Übermacht der Gegner lahmlegen soll. Besonders Fans von Spielen wie Jagged Alliance und Commandos dürften interessiert sein.


Zwei Kampagnen spielbar

In Silent Storm kann man zwei Kampagnen spielen, die sich mit der gleichen Story befassen. Auf Seite der Deutschen wird man öfter einen Stützpunkt sichern müssen, den man mit den Alliierten erobern müsste. Die Missionen verlaufen nicht linear, sonder man kann den Einsatzort selbst bestimmen. Dazu wählt man auf einer Europakarte die gewünschte Region, in der sich weitere Schauplätze befinden. Neue Gebiete werden im Laufe des Spiels freigeschaltet, wenn man Informationsblätter in den Missionen sammelt. Bestimmte Informationsblätter schalten entsprechende Gebiete frei.

Zu viel Auswahl

Vor jeder Mission hat man die Möglichkeit das Team auszurüsten und bekommt ein Briefing, bzw. kann es sich durchlesen. Bei der Zusammenstellung haben es die Entwickler von Nival Interactive zu gut mit den Spielern gemeint. Wir müssen das Team mit fünf Soldaten bestücken. Jeden einzelnen müssen wir von Hand auswählen und da es eine ganze Reihe von Einheiten-Typen gibt, dauert die Entscheidungsfindung sowieso schon lange. Doch die Charakteristika wurden von den Entwicklern nicht etwa in Form einer Balkengrafik dargestellt, sondern bei jeder Eigenschaft/Fähigkeit mit umfangreichem Text. Bis man das Alles durchgelesen hat, vergeht einem die Lust.

Learning by doing

Die Kämpfer werden sich im Laufe des Spiels in ihren Spezialfertigkeiten stark verbessern. Wenn ein Scharfschütze beispielsweise viele Schüsse mit seinem Gewehr abgibt, wächst mit der Zeit die Wahrscheinlichkeit eines Treffers. Genauso verhält es sich bei den anderen Soldaten mit ihren jeweiligen Fähigkeiten. Mit jedem Levelaufstieg hat man die Möglichkeit, eine neue Spezialfähigkeit im Fertigkeiten-Baum freizuschalten. Dabei ist unter anderem schnelleres Nachladen oder wirkungsvolleres Heilen. Dieses Prinzip kennt man aus Rollenspielen.

Taktik und keine Hektik

Das Setting von Silent Storm würde in anderen Spielen normalerweise auf Hektik im Gameplay hindeuten. Schnelligkeit ist bei Silent Storm nicht gefragt, Action wird nur in Form simulierter Kämpfe innerhalb von Runden geboten. Statt wie wild zu ballern, müssen wir jede Bewegung genau planen und jeder verfehlte Schuss kann schwere Konsequenzen nach sich ziehen. Da wir für jede Aktion nur wenige Aktionspunkte zur Verfügung haben, die schnell verbraucht sind, kann sich ein Kampf mit drei Gegnern ziemlich in die Länge ziehen. Treffen wir nicht, können wir nur hoffen, dass die Aktionspunkte noch reichen, um Schutz hinter dem nächsten Busch zu suchen. Oder wir gehen aufs Ganze und investieren die wertvollen Punkte noch in einen zweiten Schussversuch. Wenn die AP verbraucht sind, ist der Gegner an der Reihe und greift uns an, bzw. begibt sich in eine bessere Schussposition. So wechseln wir uns ständig mit den NPC ab. Wenn uns keine Gegner jagen, schaltet das Spiel automatisch auf Echtzeit um und wir können flink durch die Level rennen.

Schön ist, dass man sich nie sicher fühlen darf, selbst wenn die Map gegnerleer ist. Es kann sein, dass plötzlich ein feindlicher Soldat hinter einem Felsen auftaucht. Da wir ihn vorher noch nicht wahrgenommen haben, war er für uns nicht zu sehen. Gegner, deren Schritte wir bereits aus der Ferne hören, jedoch noch nicht sehen können, werden als rote Schatten dargestellt. Sobald ein Gegner in unser Sichtfeld rückt, kann man ihn angreifen.

Detaillierte Schlachtfelder

Silent Storm bietet hochauflösende Grafik mit vielen Details. Interessant ist zudem, dass man die Kamera völlig frei positionieren kann. Entsprechend lassen sich Szenen aus allen Seiten betrachten. Dieses Feature hat der Commandos-Reihe meiner Meinung nach gefehlt.

Physik-Engine

Ein großer Vorteil von Silent Storm ist außerdem, dass man alle sichtbaren Objekte zerstören kann. Abgeschlossene Türen lassen sich sprengen, wenn man keine Lust hat, jeden Gegner nach dem passenden Schlüssel zu durchsuchen. Die KI nutzt die Physik-Engine ebenfalls zu ihren Gunsten: Wir können nicht sicher sein, dass schützende Mauern zerschossen werden. Man sollte aufpassen, wohinter man Deckung sucht. Spätestens wenn ein parkendes Auto in die Luft fliegt, kommt die Erleuchtung.

Spielstände nur im normalen Schwierigkeitsgrad

Entwickler Nival Interactive stellt dem Spieler die freie Wahl zwischen den Schwierigkeitsgraden „normal“, „hart“ und „unmöglich“. Vorab sollte man wissen, dass man lediglich auf „normal“ die Möglichkeit bekommt, jederzeit zu speichern. Zudem agiert die KI klüger und Fundstücke sind nicht mehr so leicht zu erkennen. Bewusstlose müssen augenblicklich verarztet werden, da sie sonst sterben würden. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, Spielstände in allen Schwierigkeitsgraden einzurichten.

Viele Bugs

Jedem passieren mal Fehler. Doch die Entwickler von Silent Storm haben einige Probleme, die während des Betatests aufgetreten waren, ignoriert. Es verschwindet mal eine Waffe, oder der einzige Weg aus dem Level ist unwillkürlich nicht mehr betretbar. Auch muss man in einer Situation eine Waffe in einem Haus liegen lassen, da man mit ihr zwar hinein, jedoch nicht wieder hinaus kommt.

Sprachausgabe fehlerhaft

Obwohl die Publisher von JoWood aus Österreich kommen, ist die deutsche Sprachausgabe von Silent Storm ein völliger Reinfall. Jeder Soldat hat einen grausigen Dialekt, der seine Herkunft mehr als deutlich klar macht. Ist „Guter Krieg!“ früher ernsthaft in Deutschland ein Gruß gewesen? Äußerst ominös.

Fazit

Silent Storm ist spielerisch eigentlich eine Empfehlung für Strategen. Das Spiel bietet eine hübsche Grafik und gute Physik-Engine. Außerdem gibt es spannende Missionen und eine enorme Waffenvielfalt. Doch es gibt auch eine ganze Reihe von Fehlern, von denen man einige aber möglicherweise nie zu Gesicht bekommt. Die Sprachausgabe ist den Entwickler jedoch völlig missglückt.

Wer sich noch nicht sicher ist, ob er bei Silent Storm zuschlagen soll, sollte erstmal die Demo ausprobieren. Wer über die Makel hinwegsehen kann, bekommt ein prima Strategiespiel.

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Wertung: 5.0
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